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Die richtige Sattelentscheidung ist wohl das unberechenbarste Kapitel beim Fahrradkauf. Mit diesem Thema beschäftigen sich diverse Studien und es gibt verschiedene Anpassungssysteme. Dennoch gibt es selten so viele Fehlkäufe wie beim Sattel.
Es gibt beim Sattel vier Kriterien, nach denen der richtige Sattel ausgewähl werden sollte.
1. Sitzposition Generell kann man sagen: Je aufrechter Sie auf dem Fahrrad sitzen, desto breiter sollte der Sattel sein. Die schmälsten Sättel haben eindeutig die Rennräder, die breitesten Sättel besonders aufrechte Räder bzw. Hollandräder. Doch das ist leider nicht das einzige Kriterium.
2. Sitzhöckerabstand Ein weiteres extrem wichtiges Thema ist der Abstand der Sitzhöcker. Nur wenn dieser zu Ihrem Sattel passt, werden Sie mit Ihrem Sattel glücklich werden.
3. Sitztyp Jetzt kommen wir in den Bereich wo nur noch Ausprobieren hilft. Es gibt derzeit noch keine praxisgerechte Methode um zweifelsfrei feststellen zu können, welcher Sitztyp man ist. Man spricht hierbei von Schambeinbelastern - sprich man sitzt relativ weit vorne auf dem Schambein. Hier verlaufen viele Nerven und so kommt es relativ häufig zu kurzzeitigen Taubheitsgefühlen. Dieser Sitztyp kommt ziemlich häufig mit Sätteln zurecht, die eine Aussparung in der Sattelmitte haben. Ausnahme sind die Fälle, wo die Lochkanten verstärkt Druck ausüben. Leider sieht man diese Eigenschaft wiederum den Sätteln nicht an. Sitzbeinbelaster hingegen sitzen auch bei sportlicher Sitzposition auf den Sitzbeinen. Sie kommen in der Regel mit den Sätteln zurecht, die ihrem Sitzhöckerabstand entsprechen. Lochsättel sind nicht nötig und können, eben wegen der härteren Kanten wieder kontraproduktiv sein.
 
4. persönliche Vorlieben Auch hier hilft nur noch Probieren: Ein Teil der Radler steht auf ganz konventionell aufgebaute Sättel: Auf einem Rahmen und einem Kunststoffgestell ist eine Schaumschicht und darüber eine Leder oder Kunstlederhaut. Andere wiederum haben die Gelsättel zu ihren Favoriten erkoren. Sie kommen mit der gallertartigen Masse statt dem Schaum einfach besser zurecht. Last but not least gibt es die Kernlederfans. Sie scheuen nicht den höheren Pflegeaufwand und wollen einen Sattel, den sie in vielen Kilometern erst mal einreiten müssen, ihnen dann aber perfekt passt.
Wichtig auch: Je mehr man im Sattel sitzt, desto besser gewöhnt man sich auf den Satteldruck. Gerade im Frühjahr dauert es jedes Mal einige Wochen bis man so bequem auf “seinem” Sattel sitzt, wie man es vom vorherigen Jahr gewohnt ist.
Wegen dieser vielen Kriterien ist es fast unmöglich einen Sattel ohne Probesitzen zu kaufen. Als Hilfsmittel nutzen wir eine Sitzmessfolie. Sie zeigt uns wie die Druckverteilung am Sattel bei der individuellen Sitzposition verläuft. Mit unserer Erfahrung und einer sehr großen Sattelauswahl sind wir in der Lage den passenden Sattel zu finden.
FL
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